Drehkrankheit / Erfahrungsbericht

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    • Drehkrankheit / Erfahrungsbericht

      Unsere Erfahrungen mit der Drehkrankheit

      Quacks, ein schwarzköpfiger Gouldamadinenhahn, hat im März seinen Jahrestag. Leider kein erfreulicher Jahrestag im üblichen Sinne, denn es geht um seine Krankheit.

      Klar ist, dass die Drehkrankheit wohl unheilbar ist. Jedoch wird auch oft über einen schnellen Tod berichtet, was viele zur Erlösung des Tieres bewegt.

      Wir haben lange mit uns gerungen ob wir unsere Erfahrungen hier teilen sollten. Doch am Ende siegte das Bedürfnis zu berichten, dass es nicht immer gleich ein Todesurteil sein muss.

      Anfang 2019 haben wir uns Vögel zugelegt und das als absolute Anfänger. Mit Hilfe von Euch funktioniert alles inzwischen richtig gut und wir sind glücklich mit unserer kleinen Rasselbande.

      Zu den grundsätzlichen Infos:

      • wir haben 1 Gouldamadinenpaar schwarzköpfig, 1 Gouldamadinenpaar rotköpfig und 1 Mövchenpaar
      • sie leben gemeinsam in einer Montana Cages Madeira Double mit Erweiterungsmodul (also Länge 2,50m x Breite 0,50m x Höhe 0,90m)
      • für die Beleuchtung sorgt eine Birdkinglichtleiste mit Sonnenauf- und Untergangdimmung und auch ein Nachtlicht ist vorhanden
      • als Futter reichen wir das Amadinen-Nonnen Spezial, alle 3 Wochen bekommen sie für 3 Tage Birdup-Vit (Multivitamin) und 1x die Woche Birdup-B (Vitamin B) jeweils übers Trinkwasser – alles von birdsandmore
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      Doreen, Mike sowie 4 :gould: und 2 :mövchen:
    • Im März 2021 bemerkten wir dass es Nachts hin und wieder arg unruhig in der Voli wurde. Bei einem Filmabend wurden wir dann zeuge wie Quacks im Schlaf von der Stange fiel. Anfänglich glaubten wir noch an einen intensiven Traum und dass seine fehlenden Krallen schuld waren. Recht schnell wurde aber deutlich, dass es nun jede Nacht so ist und auch sein Gefieder zeigte, dass was nicht stimmte.
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      Doreen, Mike sowie 4 :gould: und 2 :mövchen:
    • Die erste Hilfestellung bekam er in Form einer Abrutschsicherung unter seinem Schlafast. Hier ein Foto zusammen mit seiner Liebsten im Vordergrund. Wenn er nun vom Ast rutschte landete er in der Korkmulde. Dort blieb er dann liegen bis zum nächsten morgen. Tagsüber lies er sich nichts anmerken. Fressen, singen, baden, sogar balzen funktionierte bestens.
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    • Im Dezember 2021 ging dann plötzlich nichts mehr. Wie ein umgelegter Schalter von heute auf morgen. Keine Stange bot mehr Halt und der Kopf drehte sich ganz unnatürlich zur Seite. Immer wieder versuchte er vom Boden aus zu seiner Familie nach oben zu fliegen, was mit einem herzzerreißenden Sturz endete. Er nahm enorm ab, trank nichts mehr, rollte sich nur noch unbeholfen am Boden und an Gesang war nicht mehr zu denken. Hin und wieder beobachteten wir etwas, was einem Krampf recht ähnlich war.

      So separierten wir ihn erst einmal im Quarantänekäfig. Eine ausgiebige Recherche und Beobachtung begann.
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      Doreen, Mike sowie 4 :gould: und 2 :mövchen:
    • Nach einiger Überlegung ist uns ein Käfigumbau eingefallen, der es möglich macht, allen Bedürfnissen gerecht zu werden.

      Auf eines der bisher ungenutzten Kotgitter befestigten wir eine zurecht geschnittene Jogamatte. Das Gitter befestigten wir mit vier lockereren Kabelbindern an der Rückwand. So ist die Konstruktion klappbar und eine gründliche Reinigung ist weiterhin möglich. Vorne wiederum wird alles vom eingeklemmten Griff in der Tür gehalten. Ein simpler Klettverschluss sichert versehentliches kippen.

      An der Trennwandseite haben wir von birdsandmore das Vorsatzgitter IF 50x30 mit weitere Kabelbindern befestigt. Dieses hat die perfekten Maße und alle können sich noch immer sehen. Vor allem hat Quacks so den Eindruck mit seinem Schwarm zusammen auf Augenhöhe zu sitzen.

      Durch die Futtertür stellen wir zwei flache Tonschalen rein. Eben eine mit Futter und eine mit Grit etc. Zu trinken bekommt er weiterhin über den Wasserspender die er schon kennt.
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      Doreen, Mike sowie 4 :gould: und 2 :mövchen:

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    • Die Ruhe und der Augenkontakt zu den anderen, scheint ihm wirklich gut zu tun.

      Am deutlichsten ist am Schlaf zu sehen. Er schläft an Ort und Stelle ein und kippt dann einfach irgendwann um. Zwar wird er oft Nachts wach und rollt dann orientierungslos durch die Gegend, aber er traut sich dann auch einfach wieder ein zu schlafen, wo er gerade zum liegen kommt. Es ist keinerlei Panik zu erkennen.

      Er hat direkt am Boden eine Stange, auf der er seinen Bauch ablegen kann und wohl ein Gefühl von Stangensitzen bekommt. Seinen Schnabel wetzt er auch daran. Manchmal nutzt er sie auch als Kopfablage. Davon ist uns ein Foto bei seiner Futterschale gelungen.
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      Doreen, Mike sowie 4 :gould: und 2 :mövchen:

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    • Ab ca. 18Uhr lassen wir seine Henne zu ihm rein. Sie genießt die Ruhe da drin inzwischen so sehr, dass sie freiwillig durch die Schiebetür hüpft sobald diese offen ist. Sie ist sehr rücksichtsvoll und geduldig mit Ihm. Sie sitzt sogar unten mit ihm auf dem Boden.

      Wenn gegen 21Uhr das Licht aus geht, fliegt sie auf den einzigen Ast dort um da zu schlafen. Dies animiert Quacks immer mal wieder Flugversuche zu starten und rauf zu hüpfen. Wir sehen es als Muskeltraining.
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      Doreen, Mike sowie 4 :gould: und 2 :mövchen:

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    • Zur wöchentlichen Käfigreinigung fangen wir ihn raus, schauen uns seinen aktuellen Allgemeinzustand an und reinigen seinen Popo. Dort kommt er selbstständig nicht mehr ran.

      Eine unglaubliche Verbesserung stellte sich ein.

      Er frisst und trinkt wieder (hat gut zugenommen). Putzt sich so gut es eben geht und inzwischen singt er auch seine Henne mit Leibeskräften wieder an.
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      Doreen, Mike sowie 4 :gould: und 2 :mövchen:

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    • Er hat, und wird wohl auch zukünftig, diese Kopffehlstellung beibehalten. Er torkelt und hüpft wie betrunken. Aber alles im allem scheint es doch ein halbwegs glücklicher Vogel zu sein. Und wehe man kommt im an der Futterschale zu nah, dann kann er durchaus auch noch drohen.

      Wir haben auch noch eine Menge an Videos die wir hier im Bericht nicht posten konnten. Im Videobereich wollten wir sie nicht hochladen. So ganz aus dem Zusammenhang gerissen, könnten sie leicht verstörend wirken. Auf Anfrage sind wir gern bereit Videos mit Euch zu teilen.

      Wenn Ihr Fragen habt versuchen wir unser bestes, doch sind wir noch immer keine Experten. Dies ist nur ein Erfahrungsbericht und sollte nicht als Leitfaden herhalten.

      Wir freuen uns nun auf Eure Kommentare.
      Doreen, Mike sowie 4 :gould: und 2 :mövchen:

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    • Hi Strubbel,

      Strubbel wrote:

      Wir freuen uns nun auf Eure Kommentare.

      wurde die Leber von dem Hahn mal kontrolliert? Ich denke das er Stoffwechselstörungen hat. (siehe Gefieder am Kopf) Dazu einen Nervenschaden. Kotproben habt Ihr sicher auch mal checken lassen?

      Ich empfehle eine Birdup B Kur täglich über mehrere Wochen, ca. 50 % weniger Dosiert als in der Packung angegeben. Das bewirkt bei vielen Vögeln mit ZNS Problemen eine sichtbare Verbesserung. Die ersten Tage schauen wie er es verträgt, bei Problemen noch weiter runter gehen mit der Dosis.
      Dazu vielleicht noch ein Calciumpräparat mit Vitamin D3 alle paar Tage.
      VG
      :jap.mövchen: :gouldamadine:
    • Wir waren direkt zu Beginn mit ihm beim Tierarzt. Dieser wollte ihn sofort und ohne Widerspruch erlösen. Wir sind wortlos gegangen. Der nächste vogelkundige Tierarzt ist 2Std Fahrt entfernt. Das wollen wir ihm und uns ersparen.

      Die Leber haben wir uns angeschaut und unserer Meinung nach ist da alles normal. Beim nächsten Fangen versuchen wir mal ein Foto davon zu machen.

      Calcium und Vitamin D3 habe ich eben direkt bestellt. Kann die Henne dann weiterhin Nachts zu ihm? Sie brauch es ja eigentlich nicht würde es aber dann auch trinken.

      Wegen der Kotproben: uns war bisher nicht bewusst, dass wir das auch als Privatperson in Auftrag geben können. Ich lese mich gerade durch deinen angepinnten Beitrag aus 2018 und es wird erledigt. Wir halten Euch zum Ergebnis auf dem laufenden.
      Doreen, Mike sowie 4 :gould: und 2 :mövchen:
    • Ich würde fast meinen, auf dem zweiten Foto sieht man vage, das der Leberbereich viel zu dunkel ist und zu groß. = Leberschaden. Aber ...
      Scroll mal etwas runter auf der verlinkten Seite. Da siehst Du, wo die Leber sitzt. ;)
      :guck: japanisches-moevchen.jimdofree…ln-von-lebersch%C3%A4den/

      Wenn die Leber nicht mehr richtig arbeitet, ist die Bildung von B Vitaminen gestört, was auf Dauer wiederum die Nerven schädigt. Daher kommt es dann zu den Symptomen die Dein Hahn zeigt. Der Schaden besteht bestimmt schon länger.

      -
      VG
      :jap.mövchen: :gouldamadine:

      The post was edited 5 times, last by kleinesLicht ().

    • Hallo Strubbel,

      etwas unscharf, aber das die Leber auffällig ist, erkennt man. Ich habe Dir den betreffenden Bereich mal blau auf Deinem Bild eingekreist.
      Schlussfolgerung siehe Post #16 ;)

      Umso wichtiger, das Du auf jeden Fall konsequent täglich die Vitamin B Kur durchziehst. Das unterstützt die Leberregeneration und die Nervenfunktionen.
      Nimmt er Grünes an? Chicorée ist gut für die Verdauung.
      Vielleicht sollte man noch ein Mariendistelpräparat übers Futter streuen.

      Jetzt müsste man nur noch überlegen, wo er den Leberschaden her hat. :hmm:

      Wie geht's dem Hahn denn ?

      strubbelLeber.jpg
      VG
      :jap.mövchen: :gouldamadine:
    • Update:

      Der Befund von der Taubenklinik ist da. Kurz zusammengefasst: sie haben nichts gefunden :thumbsup:

      Er bekommt nun täglich sein reduziertes Vitamin B. D3 und Calcium nach Packungsangabe.

      Sein Allgemeinzustand ist unverändert macht aber auch weiterhin einen fröhlichen Eindruck.

      Neuerdings versucht er an seiner Trinkflasche zu baden/duschen.
      Steckt seinen Schnabel rein und schüttelt sich. Legt sich mit der Brust rein so gut es geht und putzt sich im Anschluss ganz intensiv.
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      Doreen, Mike sowie 4 :gould: und 2 :mövchen:
    • Strubbel wrote:

      Der Befund von der Taubenklinik ist da. Kurz zusammengefasst: sie haben nichts gefunden

      Hm, mittelgradig Hefepilze sind nicht gerade Nichts. Die müssten eigentlich weg. Hefepilze schaden durch giftige Stoffwechselabfälle der Leber und können auch zu ZNS Problemen führen. Vielleicht ist das sogar die Ursache des ganzen Übels.
      Überlegt mal, wo die Hefen her sein könnten?
      Normalerweise sind die gut mit Nystatin behandelbar, aber bei dem Hahn müsste man sehr vorsichtig vorgehen, weil er schon vorgeschädigt ist. Man könnte erst mal versuchen die Hefen mit einem Probiotikum zu verdrängen. Kennst Du Ac-i-prim? körnerbude.de/futter/fuer-die-…tamine/1872/ac-i-prim-18g
      Oder Ihr befragt mal euren TA zu dem Thema.
      VG
      :jap.mövchen: :gouldamadine:

      The post was edited 1 time, last by kleinesLicht: Rechtschreibung ().