Frage zu Verhaltensweise der Binsen

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    • Frage zu Verhaltensweise der Binsen

      Hey,

      ich hätte da mal eine Frage zu dem Verhalten eines meiner Binsenhähne.

      Und zwar legt der Hahn dem anderen Hahn immer den Kopf auf den Schnabel, wenn dieser singt (siehe Bild).
      20210416_151353.jpg

      Wisst ihr, warum er das macht? Ist das Imponierverhalten oder eher sowas, wie ein Anhimmeln?
      Cassius stupst ihn dann irgendwann mit dem Schnabel an und fordert seinen Mindestabstand wieder ein.


      :zf: :jap.mövchen: LG Jenny :gouldamadine: :binsen2:

    • Unsere Binsen-Hähne machen es ähnlich, aber sie legen den Kopf nicht auf den Schnabel (also kein Körperkontakt), sondern sitzen nebeneinander und schauen streng auf den Sänger (sie heben dabei den Schnabel wie einen Zeigefinger hoch), wenn einer zuviel singt oder sich zu wichtig machen möchte. Bei uns regeln sich die Hähne so ihre Ränge und ihre Gleichwertigkeit: Sie schauen streng und wenn das nicht hilft und einer zu aufmüpfig wird, gibt es schnelle Schnabelduelle, dann ist wieder alles paletti. Grundsätzlich singen aber alle Hähne und zwar mehr oder weniger den ganzen Tag über. Anders als viele dominante Vogelarten (wo es immer einen Boss gibt) achten die Binsen extrem darauf, dass keiner zu sehr dominiert. Meist reichen die strengen Blicke aus. Vor Jahren habe ich es einmal erlebt, dass ein Binsen-Hahn sich nicht daran gehalten hat und sich weiter in den Vordergrund spielte: dann haben die Binsen ihn ein paar Tage abwechselnd vorne und hinten gezwickt (natürlich so, dass es nicht wehtut, sondern nur zum Sekkieren... die Binsen sind schließlich die friedfertigsten Vögel, die es gibt), bis der dominantere Hahn sich wieder einordnete. Doch auch in unserem Schwarm gibt es eine Art Boss: der hat zwar keine Rechte (im Sinn, dass er als erster ans Futter darf oder sich vordrängen darf oder alle anderen vertreibt, denn das tun die Binsen grundsätzlich nicht, ausserdem haben wir genug Futterplätze, damit sie sich nicht streiten müssen), aber er ist quasi derjenige, der tendenziell alle beschützt, wenn etwas heikel ist. Bei uns ist das der älteste Hahn. Immer wenn es neue Situationen gibt, verziehen sich die anderen Hähne nach hinten und der älteste Hahn inspiziert das Neue oder wenn man an die Voliere geht (manchmal sperre ich sie für ein paar Stunden ein, um ihre Schnäbel, Gefieder, Krallen etc. zu kontrollieren), ist er es immer, der sich zwischen Betrachter und restlichen Schwarm setzt und so quasi bei einem Angriff ablenken könnte. Das nenne ich Führungsqualität. Das würde ich mir auch bei den Menschen wünschen... :lachen: Ach, ich liebe diese sozialen Binsen! :lachen:
      Zurück zu deinem Foto: Ich würde es eher so interpretieren: der eine Vogel will dem anderen Vogel das Singen verbieten... Aber um sicher zu gehen, müsste man natürlich das Ganze gesehen haben und auch die Vögel besser kennen. Schliesslich machen gerade die Binsen immer, was sie wollen... und genau das ist das Tolle an ihnen... :lachen:
    • Ich versuche mir vorzustellen, wie ein Binsen-Hahn den anderen mit strengem Blick straft :patsch: :lachen: !
      Als freundschaftlich würde ich das Kopf auflegen nicht deuten, eher als Dominanz.
      :zf: + :jap.mövchen: + :welli:

      A bird does not sing because it has an answer.
      It sings because it has a song.

      The post was edited 1 time, last by Ivy ().

    • Ivy wrote:

      Ich versuche mir vorzustellen, wie ein Binsen-Hahn den anderen mit strengem Blick straft
      Haha... ja, die Binsen können das... Der Sänger singt und der andere Hahn setzt sich daneben, streckt den Körper total durch und macht sich gross, reckt die Schnabelspitze so hoch hinauf wie möglich (was besonders lustig aussieht, wenn der Sänger grösser ist, als der Streng-Blicker) und fixiert dann den Sänger mit seinen Blick, bis er aufhört zu singen. Da sich die Binsen sonst nicht mit Blicken fixieren, sondern als Schwarm eher nebeneinander hocken und alle in die gleiche Richtung schauen, ist das natürlich ein eher ungewöhnliches Verhalten, mit dem sie ihre sozialen Beziehungen regeln und darauf achten, dass keiner zuviel oder zu laut singt... :lachen:
      Sieht ähnlich aus, wie auf dem Foto von Schokofinches nur, dass zwischen den gelben Binsen ca. 5 cm Abstand sind. Vielleicht sind die roten Binsen körperkontakt-intensiver, denn die gelben Bisnen sind zwar sehr friedfertig und sozial, aber sie sind keine Kuschler und halten - außer in der Balz- und Brutzeit - immer mindestens eine Vogel-Breite Abstand.
    • Ich konnte leider das Verhalten nicht noch einmal beobachten.
      Es war so, dass der gelbe Binsenhahn den wildfarbenen Hahn angeflirtet hat. Und statt ihn zu picken oder dergleichen, hat der wildfarbene Hahn ihm einfach den Schnabel auf den Kopf gelegt. Als der gelbe Hahn dann fertig mit singen war, hat er den wildfarbenen Hahn wieder zum Abstandhalten durch Schnabelpicken aufgefordert. Das ganze haben sie an dem Tag allerdings häufiger gemacht. :?:

      Der wildfarbene Hahn ist sowieso nicht so der Abstandsfreund. Er und sein Kumpel (auch wildfarbend) sitzen jeden Tag zur Mittagsruhe kuschelnd auf dem Spielplatz und einer krauelt immer den anderen. :herz: Ist eine richtig dicke Männerfreundschaft, die die beiden pflegen, wenn auch nicht immer. ;) Und auch mir gegenüber ist dieser Hahn nicht sonderlichauf Abstand bedacht. Bis auf 20 cm darf ich an ihn ran. Aber auch wirklich nur an ihn. Die beiden anderen Binsen sind schon bei 2 Metern Abstand überfordert und flattern davon. :lachen: Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass er einige Tage mal alleine war, nachdem seine Partnerin gestorben ist und ich mich daher intensivst mit ihm befasst habe... Jedenfalls war er vorher auch sehr scheu. :hmm: Er war ja nicht lange allein. Ich habe ja direkt nach dem Tod nach einem neuen Partner gesucht. Vielleicht so 2-3 Wochen. Aber vielleicht hat das schon ausgereicht. :?:


      :zf: :jap.mövchen: LG Jenny :gouldamadine: :binsen2:

    • Schoko wrote:

      Es war so, dass der gelbe Binsenhahn den wildfarbenen Hahn angeflirtet hat. Und statt ihn zu picken oder dergleichen, hat der wildfarbene Hahn ihm einfach den Schnabel auf den Kopf gelegt.
      Diese Binsen... :lachen: Ich mag ihre soziale, kluge und sanfte Art Konflikte zu lösen... Das ist auch einer der Gründe (abgesehen davon, dass ich ihr grün-oranges Gefieder hübsch finde und ihr Gezwitscher so fröhlich ist), warum ich die Binsen so sehr mag. Es gibt mit den Binsen einfach keine Probleme. Sie finden immer eine charmante Lösung und harmonieren gut miteinander, auch wenn sie sich durchaus auch balgen und nicht fad sind... :lachen:

      Schoko wrote:

      Bis auf 20 cm darf ich an ihn ran.
      Er scheint der Kapo zu sein. Auch an den Chef unseres Binsen-Clans dürfen wir bis 20 cm ran. Bei den anderen bleibt der Abstand bei 40-50 cm. Der Chef setzt sich zum Schutz immer zwischen seinen Schwarm und uns. Was ich bei unseren Binsen festgestellt habe: wenn man etwas (z.B. Fotoapparat) in den Händen hält, vergrössert sich der Abstand sofort auf 1-2 Meter. Da sind sie sehr vorsichtig. Und sie schauen offensichtlich auch, wo die Menschenhände sind. Wenn man die Hände auf den Rücken gibt, kann man sich mit dem Gesicht viel stärker nähern. :lachen: Das habe ich bisher nur bei den Binsen und nicht bei anderen Arten beobachten können.