Frage wegen Beringung wegen Notaufnahme

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    • Frage wegen Beringung wegen Notaufnahme

      hi, ich weiß nicht ob ich jetzt hier richtig bin da ich zuvor nie ein "forum"genutzt habe.
      ich nehme schon mein ganzes leben immer wieder tiere in not auf und alle haben entweder ein tolles zuhause gefunden oder blieben auf lebenszeit bei mir.
      nun habe ich heute, nach reichlichen infos und überlegung ,2 binsenastrildte übernommen. sie fühlen sich auch schon recht wohl hier und werden auf ewig bleiben.
      bisher habe ich mich aber nie mit dem thema beringung beschäftigt. da beide einen haben und ich ihnen schon gerne die möglichkeit geben möchte zur passenden zeit auch mal ein gelege in der aussenvoliere zu haben, stellen sich mir ganz neue fragen. lasse ich den nachwuchs unberingt oder beringe ich sie aber wie läuft das dann ab. Sollte nachwuchs da sein wird dieser auch nur in wirklich gute hände gegeben oder würde bleiben. ich möchte zum wohle der tiere nichts falsch machen.
      lieben gruß
      bärbel
    • Hallo wenn man geschlossene Ringe verwendet ist das wie ein Personalausweis für den Vogel weil man das Alter so genau bestimmen kann meistens beringt man so im Alter von 7 bis 10 Tagen sonst passt der Ring nicht mehr über den Fuß. Für Binsen sind 2,5 mm Ringe passend . Es gibt auch offene Ringe das sind dann praktisch nur zur Kennzeichnung des Vogels. Wenn du die Vögel nicht abgeben willst brauchst du natürlich nicht zu beringen. Gruß Rainer
    • hallo rainer, vielen dank für deine antwort. dann werde ich mir wohl im frühjahr für alle fälle mal welche besorgen.......lieber haben als brauchen ;-)
      vielleicht kannst du mir auch noch eine andere frage beantworten.
      es heißt ja die binsen sind nestschläfer aber dann wäre ja auch ein verfrühtes brüten vorprogrammiert, oder?
      wünsche schon mal einen guten rutsch
      bärbel
    • Hallo diese sogenannten Nestschläfer sind Unsinn leider werden immer noch Nester ganzjährig angeboten und dann wundert man sich das die Vögel ständig brüten wollen . Biete keine Nester an die Vögel können auf der Stange schlafen das schadet ihnen nicht ist aber nur meine persönliche Meinung . Grüße Rainer und guten Rutsch
    • da fällt mir noch eine frage ein. ich habe im garten chinaschilf, der jetzt natürlich trocken ist. würden ein paar halme den binsen trotzdem gefallen?
      würde sie dann an der rückseite in 2-3 bündeln senkrecht anbringen.
      ich habe erstmal etwas von meinem immergrünen bambus geschnitten und mit wasser in die voliere gestellt.
    • Liebe Bärbel,

      Gratulation zu deinen Binsen. Ich habe auch seit Jahren gelbe Binsen und finde diese Vögel großartig: immer in Action, immer sozial und immer fröhlich... ich hoffe, deine Voliere ist gross. Denn das ist der einzige "Nachteil" der Binsen: sie sind sehr bewegungsintensiv und wären in kleinen Volieren echt arm... Daher auch zur Frage der Beringung: wir konnten uns nie dazu entschliessen, Nachwuchs von unseren freifliegenden Binsen abzugeben, da sie dann immer nur in 1-2m Volieren gelandet wären. Deshalb haben wir auch nie mit geschlossenen Ringen beringt, sondern nur offene Farbringe montiert, damit wir selbst die Vögel auseinander halten können. Was aber bei ihrer Quirligkeit und ständigen Bewegung dennoch kaum gelingt... :lachen: Da wir sie nicht abgeben wollten, haben wir sie zu einem 6-10köpfigen Schwarm anwachsen lassen und betreiben seither Geburtenkontrolle (Eier im Nest werden sterilisiert, idealerweise soll jede Henne mal Küken aufziehen, wenn Altvögel sterben). Binsen sind Schwarmvögel. Ihr Fortpflanzungsdrang wird bei nur 2 Vögeln sehr hoch sein. Wir haben mit 4 Vögeln gestartet und bei 6 Vögeln war der Fortpflanzungsstress spürbar geringer und spürbar weniger Gelege. Die Partnerwahl haben unsere Freiflieger selbst getroffen. Wir haben nur kontrolliert (eben anhand der Farbringe), dass es dabei zu keiner Inzucht kommt. Und ob Zufall oder ob die Vögel das irgendwie wissen: sie haben sich immer Partner aus der anderen "Familie" geholt. Die Binsen sind wirklich sehr unkompliziert. Zu den Ringen hat Amigomaus schon alles gesagt. Wir haben nie geschlossene Ringe verwendet, denn das Beringen bei den kleinen, zarten Kükenbeinchen ist echt heikel. Bei offenen Farbringen ist das leichter. Dennoch solltest du die Zeit beim Beringen einhalten, weil die Vögel dann grösser und stärker werden und auch einen heftigeren Fluchtinstinkt bekommen, so dass es noch mühsamer wird, ihre winzigen Beinchen festzuhalten und etwas darüber zu streifen. Eine Farbberingung würde ich schon empfehlen, weil du sie sonst gar nicht auseinanderhalten kannst. Wir haben auch bei jedem Nachwuchs notiert, wer Vater und Mutter ist, denn binnen Kürze hat man das sonst vergessen (quasi Mini-Zuchtbuch).

      Binsen sind keine Nestschläfer. Sie 'schlafen' nur im Nest, wenn sie brüten. Und sie schlafen nicht gern im Nest, sondern akzeptieren das nur als notwendiges Übel beim Nachwuchs bekommen (anders als zB gern Nest schlafende Ringelastrilden). Unsere Binsen haben jederzeit vier Nester zur Verfügung, in denen sie ausserhalb der Brutzeit niemals freiwillig schlafen. Die Binsen sind Schwarmtiere und wenn sie es sich aussuchen können, dann schlafen sie alle zusammen auf einem Schlafbaum, alle nahe beieinander, aber mit Abstand, zB. jeder auf einen anderen Ast. Sie schlafen am liebsten möglichst hoch oben (Binsen sind stets nach oben orientiert, anders als zB die bodenorientierten Gemalten Amadinen) und am liebsten auf eher dünnen Ästen (ca. 1mm Dicke ist ihr Favorit). Wenn sie es sich aussuchen können, dann ist der Schlafbaum ein Ort, an dem sie sich tagsüber nicht aufhalten, da haben sie andere Lieblingsbäume (scheint wohl noch ein Schutzinstinkt zu sein) Der Zusammenhang zwischen Nest und Brut gilt bei den Binsen eingeschränkt. Wenn sie brüten wollen, brüten sie auch in der Futterschüssel oder wo auch immer. Und wenn sie nicht brüten wollen, dann interessieren sie angebotene Nester nicht. Das ist bei den Binsen alles sehr unkompliziert und sie wissen selbst genau, was sie wollen. Wenn sie nicht brüten wollen und trotzdem Eier kriegen (das ist einfach so bei den Hennen, egal ob mit oder ohne Hahn: ca. alle 2 Monate kriegen sie Eier - egal ob befruchtet oder nicht), dann legen sie die Eier irgendwo ab und kümmern sich nicht mehr drum. Wenn sie hingegen brüten wollen, dann legen sie in die Nester, die sie dann natürlich wie wild verteidigen. Tagsüber brütet tendenziell der Hahn mehr (sie lösen sich aber stets gut koordiniert ab), nachts die Henne. Manchmal sitzt der Hahn auch nachts vor dem Nest und bewacht Henne und Eier, manchmal nicht. Scheint vom Engagenment oder Charakter des Hahnes abzuhängen.

      Binsen lieben Äste und Pflanzen. Mit Schilf machst du ihnen sicher eine grosse Freude. Und auch verschiedene Äste aus der Natur machen ihnen sicher Spaß. Deshalb sind Binsen auch so perfekte Freiflieger: wenn es genug Pflanzen und Äste gibt, lassen sie alles andere ziemlich in Ruhe... Sie erkennen instinktiv Äste und Pflanzen als ihr Revier, während sie gleichzeitig technische Geräte wie Computer automatisch meiden. Wir haben ein kleines Malven-Bäumchen und ein Rosmarin-Bäumchen. In den Ästen dieser eher kleinen Pflanzen, die beim Fenster stehen, klettern sie sehr gern rum, während sie die grossen, hohen Pflanzen meh rzum Schlafen oder Anfliegen nützen.
      Womit wir anfangs lang gehadert haben, ist die Liebe der Binsen zu Erde. Ich glaube, wir hatten 1-2 Jahre echte Sorge, dass sie sich in Erde irgendwas einfangen können und haben ihnen anfangs nur sterile Vogelerde gegeben oder Naturerde im Backrohr sterilisiert. Wir tun das nicht mehr. Wir verwenden Bio-Erde, die Binsen lieben es darin rumzulaufen und rumzupicken. Und sie haben sich dabei noch nie eine Krankheit zugezogen. Muss jeder selbst entscheiden. Wir verwenden die Erde auch als Einstreu. Die rausgeworfenen Hirsekörner werden dann zuerst am Volierenboden von den Vögeln selbst gepickt bzw. recyclen wir die Erde mit den Spelzen und Hirsekörnern, indem wir daraus mit Wasser in Bechern Vogelgräser ziehen, bevor wie sie dann entsorgen.

      Ich wünsche dir viel Freude mit den Binsen. Sind unsere Lieblingsvögel. Wenn du Fragen hast, melde dich. Da wir unsere Binsen freifliegen lassen, können wir gut beobachten, was sie wirklich wollen, wenn sie die Auswahl haben... :lachen:
    • liebe heidi,
      vielen dank für deinen ausführlichen bericht.er ist sehr schön zu lesen.
      ich bin bereits total verliebt in die beiden und merke auch immer mehr wie gut sie sich schon eingelebt haben und meine bisherige einrichtung gut ankommt. noch gebe ich ihnen viel zeit sich einzuleben und hantiere nicht so viel an der voliere und ja sie ist groß. ich bin auch gerade dabei ihnen mein ehemaliges fischzimmer ( hatte bis zu 25 becken als eine art fischtierheim) fertig zu machen. gerne würde ich noch 2 pärchen dazunehmen aber hier in hh ist es wohl sehr schwer, auch mit anderen prachtfinken.
      ich habe mich auch erstmal entschieden offene ringe zu nehmen ........hast du einen tipp wo und welche ich nehmen sollte?
      auf freiflug müssen die süssen leider noch warten da meine bellende fellnase zu gerne mit ihnen spielen würde und sie sind zu klein für die große pfote :-)))))) habe aber schon tausend ideen was ich alles bauen will......würde wohl für 3 zimmer reichen :-))
      die idee mit der erde ist klasse und ich werde sie sicher auch ausprobieren wenn das zimmer fertig ist. ich möchte ihnen im zimmer unterschiedliche bodenbereiche einrichten. äste,schilf, bambus und so habe ich gottseidank einiges im garten. Topfpflanzen werde ich mir dann im frühjahr holen,wenn ich eine fahrgelegenheit habe da ich nicht mobil bin.
      auf dein angebot bei fragezeichen komme ich gerne zurück.
      lieben gruß
    • flowers66 wrote:

      noch gebe ich ihnen viel zeit sich einzuleben und hantiere nicht so viel an der voliere
      Das ist gut so, aber gleichzeitig bei den Binsen auch fast egal... Sie sind supervorsichtig, werden nie zahm, ausser du lässt sie hungern und dressierst sie mit Futter. Das wollten wir nicht, ausserdem ist ihre Vorsicht und ihr Abstand zu uns auch gut. Man muss da nie aufpassen. Die Vögel passen selbst auf. Jahrelanger 24/7-Freiflug, kein einziger Unfall der Binsen. Wenn ihnen was komisch vorkommt, fliegen sie auf den höchsten Ast und beäugen alles. Sie wissen, dass da niemand raufkommt... :lachen: Binsen sind extrem vorsichtig, extrem neugierig und extrem quirlig. Das ist ihr Charme und ihre Besonderheit. Sie werden immer vor Menschen vorsichtig sein. Sie können Augen und Hände unterscheiden. Mit den Augen darfst du bis 10-20 cm ran, mit den Händen gilt ein Abstand von ca. 30-40 cm, vor Technischem (Fotoapparat etc) halten noch mehr Abstand von 50-60 cm. Sie checken, dass man greifen kann und halten sich entsprechend fern. Nur kranke Binsen wirst du jemals fangen können... :lachen: Andererseits sind sie von einem stoischen Gemüt: sie weichen aus, aber sie schrecken sich nicht und sind binnen 3 Minuten fröhlich wieder da und haben alles vergessen. Sogar die dominanten Papageien-Amadinen haben irgendwann im Kontakt mit den Binsen aufgegeben. Sie zu vertreiben, brachte null, weil sich Binsen weder von Menschen noch von anderen Vögeln langfristig beeindrucken lassen, wenn sie an Wasser, Futter, einen Sitzast oder sonstige Goodies kommen wollen.

      flowers66 wrote:

      auf freiflug müssen die süssen leider noch warten da meine bellende fellnase zu gerne mit ihnen spielen würde und sie sind zu klein für die große pfote
      Mit Hunden und Katzen in Kombination mit Vögeln habe ich keine Erfahrung. Aber da sie ja fliegen können und wenn es hohe Pflanzen, Zimmerlampen, an der Decke montierte Äste etc. gibt, dann können ihnen die Boden-Tiere vermutlich nichts anhaben. Bei unseren Binsen hätte ich volles Vertrauen, dass die keiner fangen oder schnappen kann und dass sie rechtzeitig nach oben abhauen. Aber riskieren würde ich es wohl auch nicht... :lachen:
    • flowers66 wrote:

      offene ringe zu nehmen ........hast du einen tipp wo und welche ich nehmen sollte?
      Bei uns gibts die auf Nachfrage einzeln und in unterschiedlichen Farben in Zoohandlungen, sind einfach winzige Metall-Röllchen, so ähnlich amazon.de/Nobby-Kanarienringe-…-St%C3%BCck/dp/B003ZK8UWM.
      Größe 2,5 oder je nachdem, was man halt vor Ort kriegen kann. Klein, weil die Vögel sind winzig... :lachen:

      flowers66 wrote:

      habe aber schon tausend ideen was ich alles bauen will.
      Mach dir damit nicht zuviel Mühe: die Binsen lieben einfach Naturäste in allen Formen, damit machst du ihnen die größte Freude. Würde nicht viel Zeit und Energie in Architektur stecken, sondern einfach einen Ast aus der Natur in einen Topf mit Erde oder Gips stecken oder an die Decke oder Wand montieren. Äste mit Schnüren verbinden Je simpler, desto mehr gefällts den Binsen. Unsere fressen übrigens auch sehr gerne Basilikum und Gurken. Beim Basilikum hat es aufgrund ihrer Vorsicht etwas gedauert, bis sie sich richtig über die Blätter hermachten, aber nach Wochen und Monaten wars dann eines ihrer Lieblingsfutter. Und da wir es sowieso als Küchenkraut nutzen, haben wir alle was davon... und je kleiner die Hirsekörner sind, desto lieber haben sie sie, weil sie eben so kleine Vögel sind, aber grundsätzlich lieben sie alle Hirsesorten. Rote Hirse-Rispen abwaschen und mit Nekton MSA bestreuen und in die Voliere hängen, das ist eines ihrer Lieblingsgoodys, das sie nur hin und wieder kriegen. Und die winzigen Fonio-Paddy-Körner mögen sie auch gern (kein Muss, nur wenn man sie wo findet, einfach mitnehmen). Was sie unbedingt brauchen: fallweise Nekton S (Vitamine) ins Trinkwasser und Nekton MSA (Mineralien) übers Körnerfutter. Grit und Eierschalen sind auch ein Muss. Hirse, Wasser, Grit, Vitamine+Mineralien, mehr brauchen sie nicht. Sind sehr genügsame Tiere... :lachen: Bio-Grassamen oder Pagima Green etc. kann man auch unter die Körner mischen, dann bleiben sie schlanker, wenn sie keinen Freiflug haben.