Selbst angebaute Hirse auf dem Fensterbrett

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    • Selbst angebaute Hirse auf dem Fensterbrett

      Hallöchen ihr Lieben,

      derzeit "experimentiere" ich ein wenig mit Hirse und habe auf der Fensterbank in der Küche probeweise etwas vorgekeimte gedroschene, rote Kolbenhirse und Silberhirse im Terra Mix (bestellt bei Hungenberg) ausgesäht. Von Tag zu Tag wird die Hirse größer, was mir gut gefällt. Ich hoffe damit eine Art Vogelwiese zu züchten, die die Vögel zum "Forschen" und Knabbern einläd.

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      Ich habe noch 2 weitere Hirsearten hier, die ich gerne aussähen würde, bin mir aber etwas unsicher, ob und wie lang ich sie im Wasser vorher quellen sollte. Habt ihr da eine Idee? Ich habe diese 2 Varianten zum Testen bekommen und beide Sorten kommen bei meinen Finken in der Futtermischung recht gut an.

      Aber leider wurde mir nicht verraten um welche Hirsearten es sich dabei genau handelt.

      Soweit ich in Erinnerung habe, ist die grüne Sorte eine Wildhirse.
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      Aber ist die tatsächlich schon gedroschen? Ist die so überhaupt keimfähig?

      Die 2. Sorte soll weiße Rispenhirse sein...
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      Kann ich es einfach probieren die beiden Sorten zu quellen und anschließend zu "pflanzen"? Was meint ihr?


      :zf: :jap.mövchen: LG Jenny :gouldamadine: :binsen2:

    • Hallo Jenny,

      Dein Vorgehen erinnert mich an meine Anfangszeiten, als ich mich intensiver mit der Fütterung meiner Racker auseinander gesetzt habe. Ich habe auch alles Keimen müssen (u.a. auch die "modernen" afrikanischen Importkörner wie z.B. "Fonio paddy" und "Pagima green") - allerdings mit dem Resultat, dass es meist meine Katzen als Katzengras missbraucht haben und es selten wirklich bis zum Fruchtstand kam :D .
      In der extremen Dichte der Aussaat wirst Du vermutlich keine/n einzige/n Rispe oder Kolben sehen. Wenn Du wirklich eine komplette Pflanze haben möchtest, solltest Du tiefgründigere Schalen haben und die einzelnen Körner in mehreren Zentimetern Abstand aussäen. Dann könntest Du evtl. einen relativ kleinen Fruchtstand erzielen. Für ordentliche Kolben und Rispen benötigst Du ein Beet.
      Auf dem mittleren Bild sieht man als Hauptbestandteil "Hühnerhirse" bzw. Japanhirse. Das ist eine Art "Wildhirse", die in D bei den Landwirten als Unkraut sehr unbliebt ist (wird mit Herbiziden bekämpft), die aber ein klasse Vogelfutter ist. Der wissenschaftliche Name "Echinochloa spp."(je nach Art) zeigt, dass sie weder mit den Kolben- noch den Rispenhirsen verwandt ist. Sie wächst auch ganz anders krautig verzweigt. Ist aber wirklich ein super Vogelfutter - das sagt ja der Name schon (wurde früher gerne wild für die Hühnerfütterung geerntet). Als Ergänzung für eine gute Hirsemischung unbedingt zu empfehlen. Leider lässt sie sich schlecht halbreif einfrieren, weil ihre Körner sehr schnell ausfallen.
      Auf dem dritten Bild sieht man primär "Gelbe Rispenhirse". Diese wird leider sehr gerne als "Silberhirse" verkauft, ist aber meist nur das etwas hartschaligere, osteuropäische und billigere Pendant dazu. Halbreif in der Rispe wird sie noch ganz gerne genommen, vollreif im Futter ähnlich ungern wie die großkörnige Rote Rispenhirse.
      Wenn es Dir Spaß macht, kannst Du beide aussäen. Werden sicherlich beide wachsen. Berichte halt von Deinen Ergebnissen...

      MfG,
      Steffi

      P.S. Mein größter Erfolg war, dass ich einige Körner "Pagima Green" zum Keimen bringen konnte. Das war zuvor noch keinem Züchter gelungen. Wobei mir eigentlich schnell klar war, warum - die "Körner" waren eigentlich nur leere Fruchthüllen. Vermutlich unreif geerntet und getrocknet. Die paar Körnchen, bei denen es mir dann doch gelungen ist, wuchsen zu einem netten "Gras" hoch - bis es meine Mimi (Katze) erwischte... Das freche Luder :lachen:
    • Hallo Steffi,

      danke für deine Antwort. :danke:

      Ich habe mir eben nochmal die Mail des Bauern rausgesucht, der sie mir geschickt hat. Er schreibt zu den Mischungen: "Was ich noch nicht im Onlineshop verkaufe, Ihnen aber anbieten kann, dass wäre die weiße Kolbenhirse mit schwarzer Rispenhirse, also auch relativ viele Kleinkörnige und eine Wildhirse mit gedroschener Japanhirse und auch Roter Kolbenhirse mit drin."

      Ist das "Grüne" also die Japanhirse? Was ist dann die Wildhirse, die in der Mischung enthalten ist?

      Munia maja wrote:

      Auf dem dritten Bild sieht man primär "Gelbe Rispenhirse". Diese wird leider sehr gerne als "Silberhirse" verkauft, ist aber meist nur das etwas hartschaligere, osteuropäische und billigere Pendant dazu.
      Aber die Gelbe Rispenhirse ist doch ähnlich groß, wie die Silberhirse. Diese Körner sind aber wesentlich kleiner, etwa so groß, wie die Mohairhirse. Gelbe Rispenhirse wird ja von Finken eher weniger gefressen. Aber diese Sorte fressen meine Vögel doch alle recht gern, vor allem die Binsen und Goulds... :hmm:

      Munia maja wrote:

      In der extremen Dichte der Aussaat wirst Du vermutlich keine/n einzige/n Rispe oder Kolben sehen.
      Das Schälchen soll auch erstmal nur als "Forschungsgrundlage" für meine Piepser herhalten. Zum einen für meine Jungvögel, zum anderen aber auch für meine Binsenastrilden.
      Die zerrupfen mir nämlich derzeit meine Kentia-Palme und irgendwie muss ich ihnen eine Alternative bieten bevor sie mein Blümchen gänzlich zerstören. :(


      :zf: :jap.mövchen: LG Jenny :gouldamadine: :binsen2:

    • Schoko'finches wrote:

      Gelbe Rispenhirse wird ja von Finken eher weniger gefressen. Aber diese Sorte fressen meine Vögel doch alle recht gern, vor allem die Binsen und Goulds...
      Aus meinen Binsen-Hirse-Erfahrungen kann ich dir nur berichten: die Binsen fressen alle kleinen Hirse-Körner sehr gern. Die Farbe ist egal. Ich kaufe immer alle kleinen Hirsekörner, die ich kriegen kann und mische sie halbe-halbe unters normale Exoten-Körnerfutter. Wir haben die kleinen Hirsen der Farben silber, gelb, grau und rot ausgetestet und versucht, Präferenzen herauszufinden: den Binsen wars egal. Sie haben alle gern gefressen :lachen:
      Schön, dass du ihnen eine kleine Wiese anbaust (@ Munja Maia: ich glaube, Schokofinches will keine Rispen ernten, sondern die Binsen beschäftigen und ihnen gesundes Rupf-Futter bieten). Das wird den Binsen viel Freude machen! Zum Anfliegen tun sie sich leichter, wenn du ihnen irgendwelche kleinen Äste in die Wiese steckst (und seien es nur Holz-Grillspiesschen, alte Bleistifte oder besonders dicke und robuste abgefressene Hirse-Rispen): Da Binsen gerne auf Senkrechtes fliegen, wird sie das anlocken und sie brauchen auch immer etwas eher Stabiles zum Anfliegen. Auf den Grashalmen können sie ja nicht landen und erschrecken vermutlich eher, wenn das Gras unter ihren Füssen nachgibt. :lachen:
      Ich würde nur beobachten, ob sie nicht durch das Hirse-Gras zu triebig werden. Aber das sollte kein Problem sein, weil du die Töpfe ja dann noch immer in ein anderes Zimmer stellen kannst, wenn sie vom vielen Grün zu überdreht werden. :lachen:
    • Schoko'finches wrote:

      Hallo Steffi,

      danke für deine Antwort. :danke:

      Ich habe mir eben nochmal die Mail des Bauern rausgesucht, der sie mir geschickt hat. Er schreibt zu den Mischungen: "Was ich noch nicht im Onlineshop verkaufe, Ihnen aber anbieten kann, dass wäre die weiße Kolbenhirse mit schwarzer Rispenhirse, also auch relativ viele Kleinkörnige und eine Wildhirse mit gedroschener Japanhirse und auch Roter Kolbenhirse mit drin."

      Ist das "Grüne" also die Japanhirse? Was ist dann die Wildhirse, die in der Mischung enthalten ist?

      Munia maja wrote:

      Auf dem dritten Bild sieht man primär "Gelbe Rispenhirse". Diese wird leider sehr gerne als "Silberhirse" verkauft, ist aber meist nur das etwas hartschaligere, osteuropäische und billigere Pendant dazu.
      Aber die Gelbe Rispenhirse ist doch ähnlich groß, wie die Silberhirse. Diese Körner sind aber wesentlich kleiner, etwa so groß, wie die Mohairhirse. Gelbe Rispenhirse wird ja von Finken eher weniger gefressen. Aber diese Sorte fressen meine Vögel doch alle recht gern, vor allem die Binsen und Goulds... :hmm:
      Ja, die graugrünen, etwas kantig wirkenden Körner sind die Japanhirse. Sie ist die Wildhirse - sie heißt in D eigentlich Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli) und wächst wild v.a. in Maisfeldern - dort wird sie von den Landwirten intensiv mit Herbiziden bekämpft. Hier in D wird sie nicht gezielt angebaut, sondern ist ein Unkraut. Die Japanhirse, die man üblicherweise als Vogelfutter bekommt, ist eine Zuchtform davon. Leider oft deutlich grobkörniger, was dann viele Vögel nicht mehr mögen. Einen Vorteil hat sie gegenüber den Rispen- und Kolbenhirsen: sie kann aufgrund ihrer Weichspelzigkeit und der unregelmäßgen Form relativ leicht entspelzt werden, was die Vögel lieben. V.a. Vögel, die Schnabelprobleme haben, nehmen sie gerne auf.

      Wenn die gelbe Hirse relativ klein ist, dann kann es auch eine Variante der Platahirse sein. Die wird normalerweise sehr gerne gefressen.
      Alle Hirsen haben eigentlich Fantasienamen - im Endeffekt handelt es sich nur um verschiedene Zuchtformen der Rispenhirse (Panicum miliaceum) und der Borstenhirse (Setaria italica). Mit Eröffnung der osteuropäischen Märkte schossen die Varianten nur noch so aus dem Boden. Da die osteuropäischen Sorten oft deutlich billiger sind, wichen die Einkäufer immer mehr auf diese aus. So wurde (und wird leider immer noch) u.a. eine sehr helle, großkörnige, sehr hartspelzige Sorte als "Silberhirse" verkauft, die mit der ursprünglichen Silberhirse nichts zu tun hat. Diese ist weichspelzig und bei fast allen Prachtfinken sehr beliebt.
      Ich nehme an, Du hast die Ware von Heubeck/Schellenberger bekommen?

      MfG,
      Steffi