Diskussionsrunde: Triebigkeit der Zebrafinken reduzieren durch Ernährung?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Diskussionsrunde: Triebigkeit der Zebrafinken reduzieren durch Ernährung?

      Hallo alle miteinander, :huhu:

      Ich dachte mir, dass ich das hier mal zur Diskussion stelle:

      Auf Instagram habe ich jemanden gefunden, der mehrere Paare Zebrafinken hält und kein Problem mit anhaltenden Nachwuchs hat, obwohl die Tiere täglich u.a. Kräuter und Katzengras zur Verfügung haben.

      Ich hab diesen jemand mal gefragt, wie er es hinbekommt, dass die Zebrafinken nicht einmal ansatzweise ein Interesse am Nestbau und Nachwuchs haben, obwohl sie sogar Nistmaterial zur Verfügung hätten (in Form von Heu).

      Die Antwort: "Es sind nicht die Kräuter, die die Tiere reproduktiv machen, sondern die fett- und proteinreiche Ernährung. Reduziert man das, sind die Tiere auch weniger reproduktiv." (Übersetzt aus dem Englischen)

      Nun frage ich mich: Dürfte ich also den Vögeln Kräuter ohne Ende füttern und müsste dafür das Körnerfutter reduzieren? Meine Vögel sind nämlich unglaublich triebig. Sie bekommen nur Astrildenfutter, was ja eigentlich nicht so fetthaltig sein sollte. Grün- und Keimfutter gibt es bei mir gar nicht.

      Deshalb stelle ich das hier mal zur Diskussion: was meint ihr, was damit gemeint ist und wie man die Zebrafinken ernähren sollte, um Nachwuchs zu vermeiden?
      Vielleicht könnte man das ja auch auf die Japanischen Mövchen anwenden. :hmm:


      :zf: :jap.mövchen: LG Jenny :gouldamadine: :binsen2:

    • Hallo ich kann das nur schwer glauben gerade bei Zebrafinken oder Japanischen Mövchen ist der Bruttrieb kaum zu unterbinden wenn überhaupt dann nur mit magerer Kost Reduzierung der Beleuchtungsdauer und keine Nistmöglichkeiten bei Mövchen würde ich immer eine Männertruppe halten wenn man nicht züchten will. Gruß Rainer
    • Eigentlich finde ich es schade, dass Zebrafinken (und Mövchen) so extrem triebig sind.
      Und der Natur bekommen es die Zebrafinken doch auch hin. :hmm: Aber wahrscheinlich haben es die Vögel bei uns einfach zu gut.

      Dennoch wundert es mich doch sehr, dass manche es hinbekommen, dass die Vögel auch bei gemeinsamer Haltung von Paaren nicht ständig Nachwuchs haben.
      Eine weitere Person auf Instagram hat auch 2 Paare, die absolut nicht brüten. Warum?! Das weiß sie selbst nicht. Die Vögel haben Nester zur Verfügung und trotzdem brüten sie nicht. Sie hat auch nichts in Sachen Beleuchtung geändert. Die Vögel haben einmal Nachwuchs groß gezogen und dann war's vorbei. Da werde ich ja schon ein wenig neidisch.

      Bei den Mövchen ist die Sache mit dem Nachwuchs wahrscheinlich aussichtslos. :( Ich habe ja nur Hähne, aber selbst die sind untereinander ja kaum zu stoppen. :lachen:


      :zf: :jap.mövchen: LG Jenny :gouldamadine: :binsen2:

    • Ja das ist in der Tat schade, dass sie so übertrieben triebig sind. Damit tun sich die Vögel selbst keinen Gefallen, da sie durch schiere Masse quasi unverkäuflich sind und zu Wegwerfvögeln degradiert werden.
      Und dabei sind es so putzige, interessante kleine Vögelchen.
      Meine Zebras damals hatte ich eine halbe Stunde Zuhause und es wurde angefangen Nistmaterial rumzutragen, am gleichen Tag abends hatte ich ein Nest und zwei Tage später Eier.
      War auch interessant was da alles fiel aus einem wf Paar. Weiß mit schwarzen Augen, Schecken, braun, braun schecke, einmal sogar dreifarbig schecke.
      Ich konnte damals die Brutigkeit nur ein bisschen beeinflussen durch Licht und Temperatur. Im Winter war ziemlich Ruhe im Karton, im Frühjahr bis Herbst gab es kein Halten mehr, komme was wolle, trotz magerer Körnerdiät usw. Ich hab mich dann irgendwann meinem Schicksal ergeben und sie machen lassen. Die bunten Kleinen verkauften sich zumindest ganz gut.
    • @Tummelwupp Oh ja, ich stimme dir vollkommen zu, dass die Zebrafinken total interessante Vögel sind.

      Ich habe kürzlich für einen Bekannten 2 Pärchen Zebrafinken (Schwarzwangen) vermittelt. Die Leute sind mir quasi die Bude eingerannt, dabei dachte ich, dass es diese wie Sand am Meer gibt. :lachen:

      Jetzt habe ich hier selbst noch ein Pärchen Schwarzwangen zu sitzen, dass gerade Nachwuchs hat (nur eins - ist auch deren erste Brut) und bin gespannt, was da tolles herauskommt. Er ist nämlich als Grundfarbe grau mit leichtem Braun auf den Flügeln. Und sie ist weiß... die beiden sind auch charakterlich total super: kaum Revierverhalten, handzahm (der Hahn sitzt sogar manchmal auf meiner Schulter) und superlieb...

      Aber ich merke auch extrem, dass sobald die Sonne draußen länger scheint und es grün wird (auch wenn die Vögel in der Wohnung leben) werden sie extrem triebig und kommen in Brutstimmung.


      :zf: :jap.mövchen: LG Jenny :gouldamadine: :binsen2:

    • Bei meinen Mövchen funktionierte die Futterreduktion kein bisschen. Selbst als ich über Wochen nur Silberhirse gefüttert habe, waren sie einfach nicht zu bremsen.
      Ich glaube sobald man beide Geschlechter in einer Voliere hat, wollen sich die Tiere auch vermehren. Am Besten scheint mir dann eine Haltung in Anlehnung an einen natürlichen Jahreskreislauf mit Ruhe Zeiten.
      Hat bei mir ganz gut funktioniert. Wenn die Vögel im Frühjahr langsam unruhig wurden gab es ein Nest und entsprechendes Futter. Nach 3 Bruten hatten die Vögel von sich aus keine Lust mehr, obwohl das Nest
      noch drinn war. Bis zum nächsten Frühjahr war auch relativ Ruhe. Es wurde zwischendurch mal gebalzt aber die Hennen zeigten absolut kein Interesse.
      Ich glaube nicht, das man den Bruttrieb auf Dauer unterbinden kann, das zeigt sich jetzt wo ich keine Hennen mehr habe. Irgendwann meldet sich die Natur trotzdem.
      Irgendwas scheint sich auch immer als Nistmaterial zu finden, und sei es die Küchenrolle unter dem Bodenbelag. :wand:
      VG
      :jap.mövchen: :gouldamadine:
    • Es gibt schon noch andere Möglichkeiten, den Bruttrieb zu vermindern, aber die sind eher nicht für den Hobbyhalter.

      Ich bemerke immer wieder, dass man sich bei der Haltung von Tieren sehr auf manche Aspekte einschießt, während andere kaum beachtet werden.
      In dem Fall läuft es immer auf die Ernährung und Nistmöglichkeiten hinaus, das ist aber nicht alles.
      Meinen eigenen Beobachtungen zufolge hat die Einrichtung der jeweiligen Unterbringung (Voliere, Terrarium, Aquarium, Raum) eine nicht zu unerschätzenden Auswirkung auf das Verhalten von Tieren.
      Gerade bei Vögeln, die durch ihre Flugfähigkeit ein durch und durch dreidimensionales Leben führen und bei denen die Wahrnehmung von Raum eine zentrale Rolle spielt, kann man das nicht außer Acht lassen.
      Meistens konzentriert man sich darauf, wie man durch Einrichtung die Brut begünstigen kann, gerade bei Vögeln, die nicht häufig nachgezüchtet werden.
      Das funktioniert aber auch in die andere Richtung.

      Die folgenden Ideen habe ich im Laufe einiger Jahre durch Tipps von Züchtern und viel eigenes Beobachten erdacht.
      Dazu muss man klar sagen, dass sie zur vorübergehenden "Aufbewahrung" von Zuchttieren dienen, wenn man gerade keinen Nachwuchs möchte, entweder, weil die Saison zu Ende ist oder mit den Tieren in dem Jahr nicht gezüchtet wird.
      Man kann mit der Methode Paare oder gleichgeschlechtliche Vögel in Gruppen halten.

      Den Grundstock bildet eine Unterbringung, die so einfach und klar wie möglich eingerichtet ist. Man denke sich in etwa einen Ausstellugnskäfig in sehr viel größer.

      Möglichst wenige, schnurgerade, weit (mindestens 1m) voneinander entfernte Äste in mittlerer Höhe. In der Voliere wäre das auf 1,50 bis 1,70, Im Käfig irgendwo ab der Mitte aber keinesfalls über der Grenze zum oberen Drittel.
      Futter in einer Schüssel zentral am Boden von Käfig oder Voliere. Tränken außen am Gitter, mit möglichst kleinem Teil innen.
      Bademöglichkeit nur offene Schalen am Boden. Kein Papier oder irgendwelche Fasern als Einstreu. Hirsekolben so aufhängen, dass sie frei im Raum und von allen Seiten zugänglich sind. Auf den Boden legen geht auch. Abgefressene sofort entfernen.

      Meine Theorie, warum das funktioniert:

      In einer solchen Umgebung haben es Zebrafinken schwer, ein Revier zu bilden, denn es gibt keine kleinen Strukturen, sozusagen keine "landmarks" an denen ein Revier festgemacht werden kann. Es gibt dann nur einen gemeinsamen Sozialraum für alle und keine fixe räumliche Privatsphäre.
      Die weit auseinander stehenden Äste machen eine erfolgreiche Balz schwierig. Die freie Anbringung der Äste in leicht oberer, aber mittlerer Höhe von Käfig oder Voliere ist der Brutlust auch abträglich, den gebrütet wird gerne so hoch wie möglich.
      Man kann so zwei oder mindenstens sechs Vögel halten. Drei oder Vier sind ein Garant für stetigen Ärger. Richtig einfach wird es ab 8-10 Vögeln. Überzählige Hähne bei gemischter Haltung sind zu vermeiden. Wenn man sechs Zebrafinken hält, haben sie meist genug Interaktionspartner, um sich nicht auf ein gewisses Opfer zu konzentrieren. Bis zu einer gewissen Dichte gilt: desto mehr, desto weniger Ärger.

      Aber wer will Zebrafinken schon so halten?
      Es geht dabei sehr viel vom speziellen Reiz verloren, sie zeigen ganz viel Verhalten nicht. Für den Beobachter ausgesprochen fad.
      Die einfachere Variante wäre, nur gleichgeschlechtliche Vögel zu halten. (Wobei die auch umso mehr Ärger machen, umso reichhaltiger und besser strukturiert die Unterbringung ist.)