Lonchura und Euodice, oder nur Lonchura?

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    • Lonchura und Euodice, oder nur Lonchura?

      Eine Frage an die Spezialisten:
      in einem Thema von kaefer62: „Silberschnäbelchen nach 13 Eiern tot“

      Thread:
      http://www.prachtfinken-freunde.de/index.php?page=Thread&postID=5572#post5572


      werden zwei Vogelgattungen erwähnt,
      einmal das Silberschnäbelchen (Lonchura cantans) Lonchura=Bronzemännchen
      und das Malabarfasänchen (Euodice malabarica) oft als Indischer Silberschnabel (Silberschnäbelchen) genannt,
      also ein Euodice = Fasänchen.

      In vielen Publikationen sind die zwei Prachtfinken-Gattungen total vermischt und zwar so als ob man über eine Gattung sprechen würde.
      Es sieht so aus dass die Gattung der Bronsemännchen (Lonchura) als Oberbegriff für die Gattung der Fasänchen (Euodice) stehen würde,
      oder wird sogar als eine und dieselbe Gattung dargestellt.
      Letztens hab ich sogar die Gattung (Padda) unter der (Lonchura) gesehen bzw. gelesen,
      die einzige Gattung (die mir bekannt ist) ist wohl die (Spermestes),
      die hat seine Geltung als eigenständige Gattung vor Jahren verloren und wurden der (Lonchura) zugeschrieben.

      Ich persönlich denke dass sich hier um zwei total unterschiedliche Vogel-Gattungen handelt,
      aber das was ein Maschinenbauer denkt ist wohl für den Ornithologen nicht ganz von Bedeutung :zunge: :auslachen:

      …aber egal, meine Frage lautet:

      ist die Euodice eine eingeständige Gattung, oder unterliegt sie, bzw. ist sie ein Bestandteil der Gattung Lonchura?

      MfG Eddy
    • Im Prachtfinkenbuch von Nicolai und Steinbacher (3. Auflage von 2001) sind die Wissenschaftlichennamen beim Malabarfasänchen Euodice malabarica und beim Silberschnäbelchen Euodice cantans.
      Das Silberschnäbelchen unterscheidet sich zwar wenig aber doch vom Malabarfasänchen.
      Die Farbe ist beim Silberschnäbelchen gelblich brauner.
      Sicherse Kennzeichen ist die Oberschwanzdecke beim Silberschnäbelchen schwarz beim Malabarfasänchen weiß.
      Dazu kommt das beide Arten in völlig umnterschiedlichen gegenden Leben das Silberschnäbelchen ist ein afrikaner und das Malabarfasänchen ist ein indischer Vogel.
      Bei uns ist es sicherlich schon des öfteren aus Unwissenheit zur Vermischung der beiden Arten gekommen.
      Hier wieder einmal der Apell auf artenreine Zuchten zu achten
      Gruß Frank
      Die Zeit ist eine große Lehrerin. Schade nur, daß sie ihre Schüler umbringt./Curt Goetz
      prachtfink-schnieders.de
    • Nicht so ganz. Silberschnäbelchen ....Verbreitung Ost- u. Nordafrika bis Saudi Arabien.
      Malabarfasänchen ..Verbreitung von Bangladesch bis Afghanistan und auch in Saudi Arabien.
      Also ist hier auch schon die Verwandtschaft erklärbar, denn die geographische Abgrenzung ist alles andere als kontinental.
      Wenn man dann noch die Tatsache berücksichtigt das vor mehr 10000 Jahren Nordafrika und Saudi Arabien noch keine Wüste war, so hat sich die Trennung damals vollzogen... heute südwestlicher Teil Saudi Arabiens (Silberschnäbelchen)....östlicher Teil Saudi Arabiens, Oman... (Malabarfasänchen)
      Siggi
    • Nun ging es ja auch um die Verwandtschaft, oder?
      Da beide Arten auf der arabischen Halbinsel vorkommen, ist hier die Verbindung.
      Sie zu kreuzen ist im Moment sowieso kein Thema, da es eine Menge Silberschnäbelchen gibt, davon wieder 80-90% Mutationen oder Spalter, aber Malabarfasänchen nur noch wenige. Das Einkreuzen der anderen Arten überlassen wir doch besser den Mutationszüchtern, die Mutanten auf eine andere Art übertragen um aufs Treppchen zu kommen.
      Beispie:l Kapuzenzeig und Kanarienvogel (roter Kanarienvogel,) Glanz-und Schönsittich (rote Schönsittiche) und noch viele, viele mehr.
      Siggi
    • Schätze ja, aber ich habe hier trotzdem einige Hinweise gegeben, warum denn so etwas oft geschieht und was die Motivation dafür ist.
      PF-Mischlinge sind hier bei uns auf Austellungen nicht zugelassen, anders bei Cardueliden. Komisch, nicht wahr? Dann noch die Mutationszucht eingefügt und das Bild nimmt Form an.
      Siggi
    • Ja da hast Du leider Recht es wird halt immer noch gern Gott gespielt.
      Auf unserer Ortsschau werden leider auch Mischlinge der Cardueliden gezeigt ich kann mit den Vögeln nicht wirklich was anfangen.
      Wo die Natur so wundervolle Farben hervorgebracht hat.
      Ich hoffe das meine Silberschnäbel tatsächlich wildfarbende sind habe 5 Eier im Nest und hoffe. :?:
      Die Zeit ist eine große Lehrerin. Schade nur, daß sie ihre Schüler umbringt./Curt Goetz
      prachtfink-schnieders.de
    • Wieland hatte bei Kontrollverpaarungen aus WF x WF sogar Weiße und Isabell bei 2 Paaren.
      Dunkelbraune bei einem Paar. Dunkelbraun ist rezessiv, daher können alle WF die aus einer Verpaarung WFxWF fallen doch noch zu 50% Spalter sein.
      Ist ja das tückische bei den rezessiven Mutationen, bis du es merkst, ist der ganze Stamm verseucht.
      Wieland will einen rein wildfarbigen Stamm aufbauen (hat wohl 6 der 7 Paare WF)...die ersten Querschläger aus der Mutationsecke hat er jetzt hinter sich.
      Siggi
    • Bei den Rezessiven siehst du leider nichts, wenn nur ein Vogel spalt ist.
      Nur bei den Geschlechtsgebundenen siehst du es, wenn genügend junge Hennen dabei sind.
      Also hast du keinerlei Sicherheit, das deine Vögel rein sind, auch wenn alle JV WF sind!
      Siggi
    • Ob die Fasänchen unter Euodice oder Lonchura laufen hängt davon ab nach welchen Systematiker man sich richtet.
      Im deutschen Sprachraum halten wir uns glaube ich an Wolters und deswegen gehören beide Arten zu Gattung Euodice. Im Englischen schaut es jedoch anders aus und alle Bronzemännchen, Fasänchen, Elsterchen, Reisamadinen und auch Nonnen werden der Gattung Lonchura zugeordnet.

      Anscheinend kreuzen sich Fasänchen auch ganz gerne mit Bronzemännchen.

      Ich hatte bis vor einigen Jahren noch Malabarfasänchen. Mein Bestand müsste noch auf Wildfänge zurückgegangen sein.
      Schade, dass sie bei mir ausgestorben sind!
    • Das stimmt, die Namensgebung (von früher) spaltet, oder verbindet die Gattungen oder Arten ganz oft.
      Man kann das auch unter den Papageiamadinen sehen und zwar dass die
      Bambus-PA bei Wolters Reichenowia hyperythra heißt und bei Goodwin trägt sie den Namen Erythrura hyperythra
      die Dreifarbige, Forbes und Buntkopf sind bei Wolters als Amblynura Arten benannt und bei Goodwin als Erythrura
      also wie man sieht ist die englische (Goodwin) Einordnung der Arten abweichend zur unserer (Wolters) deutschen.
      Das macht die Benennung oder Einordnung der Arten oder Gattungen nicht gerade einfach, aber man muss wohl mit leben ;)
      MfG Eddy