Verletzter Kernbeisser fliegt wieder in die Freiheit

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    • Verletzter Kernbeisser fliegt wieder in die Freiheit

      KERNI - der Kernbeisser

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      Es wird eine längere Geschichte werden, und ich hoffe, damit vielleicht ebenfalls jemandem zu helfen, es zu einem so schönen Ereignis werden zu lassen, so viel Freude dabei zu erleben, wie wir es hatten.

      Zum Glück gibt es im Netz viel zu lesen, das hat mir den peinlichen Auftritt erspart, das kleine Kernbeisserchen als vermeintliches Habichtjunges in einer weit entfernten Greifvogelauffanstation vorbeizubringen.

      Ja lacht nur, ich war mir SOOOO sicher, diese melierte Brust vorne, Riesenschnabel (hm, der könnte ja immerhin später noch krumm werden?), noch nie hatte ich so ein riesiges Wildvogelküken gesehen, mit dem meine liebe Frau Stallbesi (wir haben Pferde) und ihr Freund zurückkamen. Ich weiss, sitzenlassen, usw, dasselbe sagte ich den Zweien auch aum Telefon, während sie mit dem kleinen Kerni kilometerweit durch den Wald zurückliefen.

      Sie würden niemals einen Vogel mitnehmen, der nicht wirklich Hilfe bräuchte, als ich ihn dann sah, wusste ich auch warum: Er war am Rücken blutig, sah irgendwie aus, als sei er einer Schnauze gerade noch so entkommen, und nicht mehr in der Lage, sich auch nur auf einen bodennahen Zweig zu retten - deshalb stolperte Frau Stallbesi auch so gut wie drüber, als die beiden mit ihrem Pferd auf diesem Weg spazieren liefen.

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      Wir gaben ihm einen Tropfen Wasser, und setzten in in meine Frettchen-Box aus dem Auto (der Arme, dieser Geruch hat ihn sicher nicht gerade beruhigt). Allerdings zeigte er von Anfang an keine Angst vor uns. Hm, und jetzt?

      Riefen wir bei unserem Pferde- und Kleintierarzt an ... ich erzählte ihm etwas von Greifvogeljungem, der dringend eine Antibotikaspritze brauche. Verblieben waren wir dann so, dass ich ihn eben am nächsten Morgen zu dieser Auffangstation fahren solle.

      Eben, ich hatte nämlich am nächsten Tag frei, und deshalb blieb wohl nur unser Wohnzimmer für die Nacht (Schaaaatzilein?? Ich hätte da...nur für ganz kúrz, verletzt, behalte ihn bestimmt nicht usw)

      Wir hatten von DEM da

      07.jpg noch ca 20 Fliegen abgeklatscht (halt still, wir brauchen Dich jetzt kurz, das Schnabeltier hat Hunger)



      Zuhause. Tja, die Fliegen schienen nicht das gewesen zu sein, was Kernbeisser-Eltern zur Zeit geben, ich schätze mal bevorzugt grüne Raupen? Er wollte natürlich nicht sperren bei mir, so öffnete ich vorsichtige das Schnäbelchen und stopfte eine Fliege mit Kalkpulver hinein. Nachdem er 3 davon geschluckt hatte, kehrten nach ein paar Stunden die ersten zaghaften Vogelkräfte wieder in ihn zurück, und bei der nächsten Fütterung sammelte er die gestopften Fliegen, und spuckte sie mir angewidert vor die Füße.

      Und begann zu piepsen - und wie laut

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      Frau Stallbesi und ich g..gelte um die Wette, telefonierten, und hatten beide jetzt den Verdacht, dass ein Habichtküken wohl doch ganz anders aussähe. Wir hatten in nach Stunden endlich identifiert, und so blieb ich am nächsten Morgen schön brav zuhause, denn einen "gewöhnlichen" Wildvogel nimmt die Greifvogelstation erst gar nicht auf.

      In der Not halfen wir uns zuerst mit gekochtem Eigelb und Mama-Stallbesis letztem Quark aus, und suchten fleissig nach Insekten - nur diese grünen Raupen fanden wir nirgends.

      Das Schnabelvieh wurde zunehmend munterer, vermutlich hungrige, und am nächsten Abend war ich im Wohnzimmer so verzweifelt, dass ich mit halb tauben Ohren Frau Stallbesi anrief, sie müsse sich irgendetwas einfallen lassen, Imker mit nahrhaften Bienenlarven, oder sonstiges. Und obwohl schon dunkel, klingelte es bald. Puh, diese glibbrigen Drohnenlarven sättigten das Kernbeisserchen dann schlagartig und endlich wurde es wieder still.

      Die nächsten Tage liefen prima, so langsam begannen wir alle daran zu glauben, dass der Kleine eine Chance hatte.

      Nachts stand ich anfangs noch 2x zum Füttern auf, Wärmeflaschen u co brauchte er allerdings von Anfang an nicht, er hatte ja schon ein paar Federchen, und genügend Eigenwärme.



      Zufriedener Kernbeisser bei uns auf dem Balkon beim Sonnenbaden, den Kropf voller Bienenlarven mit Vitakombex:

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      Tja, ich weiss nicht WARUM meine kleine Digi dieses fiese Hungerschreigeräusch nicht richtig aufnehmen konnte, jetzt wird mit keiner glauben, WIE durchdringend sein Bettelruf war

      VIDEO

      myvideo.de/watch/8144453/Gast_Jungvogel_2



      Dann hörten meine freien Tage auf, und Vogelbaby wanderte mit mir morgens um halb 5 im Käfig in den Stall, Pferde kamen auf die Koppel, Baby auf ein Tischchen ans Fenster, ich zur Arbeit, Frau Stallbesi dann später ebenfalls VOR ihrer Arbeit Vogel füttern.



      Video Fütterung mit Bienenlarven

      myvideo.de/watch/8149134/Kernbeisser_Fuetterung

      Fortsetzung folgt demnächst

      The post was edited 1 time, last by Schokoladentorte ().

    • Hi Schokoladentorte!
      Ein ganz toller Bericht-und die Videos-einfach Klasse.
      Ich muss mich erst mal an Bildern üben ,und die ins Forum zustellen.
      Übrigens hast du einen Supergeilen Haider.(fränkischer Ausdruck für ein Pferd.)
      Ich wünsche Dir viel Zeit zum Internetsurfen über Heimische Vögel.
      Herzliche Grüsse aus der Hauptstadt der Lebkuchen.
      Storch.
    • Sein kräftiger Kegel Schnabel verriet ihn zum Glück... welch farbenfroher Vogel er einmal werden würde.
      Einfach eine nette Geschichte. Auf bin ich auch schon gespannt.
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      :bunny: [img]http://img841.imageshack.us/img841/9734/7jg.gif[/img] :bunny:

      Frühling! Du darfst gerne kommen und bleiben
    • :huhu: scheen....
      sehr schöner bericht,bin schon auf der fortsetzung der story gespannt,
      wird bestimmt genau so toll wie teil. 1 :thumbsup:
      Aus Gründen der Geheimhaltung befindet sich meine Signatur auf der Rückseite dieses Beitrages.
      :hihi:
    • Oh, natürlich, muss ich mal schnell etwas weiter berichten.
      Ihr habt ja auch fleissig geschrieben :freude:

      Meine liebe, tierfreundliche Stallbesi (Tocher) hatte eingekauft - und wie :hihi: , also sie war mindestens "genauso schlimm" wie ich damals mit der kleine Meise.
      Sie muss nächtelang gelesen haben, und meinte, wir müssten jetzt so langsam ein wenig mehr zufüttern, auch so langsam in die Richtung Körner.

      Ich kanns glaub ich nicht mehr aufzählen, auf jeden Fall mischte sie für jeden Tag so eine schnabelfreudige Pampa an, mit allem was das Kerni-Herz begehrte.
      Dazu gab es weiter die Bienenlarven, iiiiech, und eines Tages standen lauter kleine Gefäße mit kleinen Heimchen oben.

      Neeeeeeee oder? Ich hatte nur wenige Wochen vorher MEINE Heimchenzucht AUSGESETZT. Ähem, die hatten sich bei mir wohlgefühlt und sich sogar vermehrt, nur, die kleine Meisin, die gab es ja nicht mehr, aber irgendwie brachte ich es damals auch nicht übers Herz, die kleinen Sonnenliebhaber mitten im Winter auszusetzen. Ich liess meine also frei, und konnte einfach die neuen Heimchen auch nicht mehr verfüttern.
      Das machte dann einfach Freund Stallbesi, Tochter Stallbesi, ach, und Mama und Papa Stallbesi fütterten auch.

      Würg, schon wieder hatten sie eingekauft, schüttel jetzt krochen auch noch Mehlwürmer durch Sägemehltöpfe, kreisch, Mama Stallbesi hackte vor meinen Augen so einem Ding zackig den Kopf ab, damit er nicht litt, und auch nicht den Hals von Kernilein verletzen konnte.

      Wir schrieben uns auf unsere Tafel, und hefteten Zettel : "KERNI" gefüttert: letzes Mal um 14 Uhr
      schrieb Mama Stallbesi unten an die verschlossenen Stalltüren.
      Ich musste grinsen, und somit hatte das Kerni seinen Namen weg.

      A propos hinter Stalltüren:

      Da die beiden Pferde sowieso jeden Tag auf den Koppeln sind, und nur nachts in den Boxenl schlafen, kam ich eines Morgens in den Stall,
      musste erstmal alle Türen aufmachen, und da saß Kerni inmitten von Seilen, Besenstielen, Riesenästen:

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      .

      Sein Käfig stand auch dabei, ich glaube anfangs haben sie ihm immer noch rausgeholfen, und später wurde ein großer Ast an die offene Käfigtüre geklemmt, und Kerni lernte, selbst hinauszuhüpfen.
      Viel zu eng, so ein kleiner Käfig, allerdings konnte er anfangs die beiden offenen Boxen noch nicht so recht nutzen, weil er nur hupfen konnte.

      Ach, und SCHREIEN. Ohrenbetäubend, grins, das konnte man bis auf die Straße hören.
      Wir fütterten alle, Mama Stallbesi tagsüber am meisten, und jeden Abend wenn es dunkel wurde, musste im Stall alles wieder abgebaut werden,
      damit unsere Pferdchen hineinkonnten.


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      Seine Wunden verheilten langsam, ein bissl zauselig war er eben noch, so schnell wachsen ausgerissene Federchen eben nicht nach.
      Aber er war sehr munter und interessiert an seiner Umgebung und eroberte sich so langsam sein großes Reich.
      Gerne saß er am Fenster, und lauschte

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      LG Schoko
    • Seit Kerni tagsüber über so viel Freiraum verfügte, schnatterte er morgens im Käfig immer schon aufgeregt, und wollte runtergetragen werden.

      Allerdings kam er mir irgendwie ein wenig faul vor, er saß anfangs einfach nur auf einem Ast, ob er wohl nicht richtig fliegen konnte?
      Hm, das musste sich aber schleunigst ändern, ich half ein wenig nach, und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden :lachen:

      Das war auch das letzte Mal, dass ich ihn auf dem Finger hatte, denn es war uns allen klar, Kerni ist ein Wildvogel, und auch wenn er nie wild erschien, sollte er dennoch so wild wie möglich bleiben, also: kein Anfassen, nur die nötigste Betreuung.

      .

      myvideo.de/watch/8152811/Kernbeisser_Flugtraining

      .

      Frau Stalllbesitzerin (Tochter), und Freund besprühten ihn an warmen Tagen immer mal wieder sanft mit Sprühnebel aus einer Blumenspritze, um sein Gefieder auf Regen vorzubereiten.
      Natürlich stellten wir uns ständig die Frage WANN war der richtige Zeitpunkt, um ihn wieder nach draussen zu lassen???

      Papa Stallbesi meinte, solange er nicht selbständig frisst, kein Überleben.
      Also stellten wir ihm überall 'Näpfe auf, und verteilten auch Futter auf seinen Ästen und Seilen, fütterten nur noch von einem Holzstäbchen, irgendwann nur noch, wenn er selber etwas danach schnappte.

      Ihm wurde im Garten noch ein zusätzliches Gehege aufgebaut, damit er wohl auch noch mehr an der Natur, den Geräuschen, dem Wetter teilhaben sollte, und so viel wie möglich sehen konnte.

      Wenn er abends für die Nacht in den Käfig musste, merkte man ihm deutlich die angeborene Wildheit an, den Drang nach draussen - schöööön!!!

      Und nach DRAUSSEN geht es dann das nächste Mal :)

      LG Schoko
    • Allerdings, Sternchen, es IST uns schwergefallen,
      Aber eines Tages war es wohl soweit.

      Kerni konnte super fliegen, er hatte gelernt, selbständig zu fressen, wir hatten versucht, ihn mit allem bekannt zu machen, das ein echter Kernbeisser draussen auch vorfinden sollte:
      Meine lieben Stallbesitzer hatten ihm sogar Kirschen vorgelegt, teilweise ganz, halbiert, und mit Steinen (werden ja nicht umsonst Kirschkernbeisser genannt, habt ihr das schon mal selber versucht :D ? Diese Vögel können später auch Bucheckern durchbeissen wow)
      Auch bei halbierten Apfelhälften war er besonders auf das KERNgehäuse scharf. Auch sonst frass er von Kleinsämereien bis Distelsamen so ziemlich alles, besonders gerne natürlich Sonnenblumenkerne.
      Tja, während wir bei unseren Hausvögeln wie Gouldamadinen ja ständig darauf achten, nur ja nicht zu fetthaltiges Futter zu geben, läuft das für einen jungen Kernbeisser halt etwas anders.
      Puh, ausserdem hat dieser nicht nur einen besonderen Schnabel, um feste Schalen zu knacken, da passt auch eine ganze Menge hinein :hihi:

      Die kleinen Ameisenpuppen von Wiesenameisen z.B waren für Kerni eher ein Snack. So eine frisch gehäutete geköpfte Mehlwurmköstlichkeit zwischendurch liess ihn wenigstens für 10 Sekunden verstummen. Ohje, ich konnte das nicht, ich FÜTTERTE die Futtertiere lieber, auch die kleinen Heimchen, aber zum Glück sind wir ja ein Stallteam und irgendwie braucht man auch fast 5 Menschen für EINEN kleinen Kernbeisser.

      Wir blieben brav und beschränkten den Kontakt nur auf das Heruntertragen mit dem Käfig in seine Freiflughalle (Stall), nach draussen ins Freigehege, zur Futtergabe. Er wurde nicht gehätschelt, gestreichelt oder sonstwie auf uns geprägt.
      Trotzdem zeigte er merkwürdigerweise von Anfang an überhaupt keine Scheu.

      Hm, das kann aber für einen kleinen Vogel, der draussen dann ganz alleine ist, auch ein Nachteil sein, also WO
      sollten wir ihn freilassen???
      Starthilfe brauchte er ja irgendwie schon noch, wir wollten ihm vor allem für seine erste Nacht in der Freiheit auch einen gewohnten Platz anbieten, zu dem er zurückkehren konnte.
      Draussen werden die Beisserchen in seinem Alter ja immer noch weiter von den Eltern mitversorgt, und von ihnen auch weiter angeleitet.

      Sein Nachtkäfig sollte mit nach draussen ziehen. Wir überlegten, dass es wohl am Besten wäre, ihn genau dorthin zu bringen, wo er damals verletzt auf dem Boden gefunden wurde.

      Tochter Stallbesi hatte so einiges vorbereitet, grins, das Ganze sah wirklich aus wie ein Umzug, aber schaut selbst:

      .

      VIDEO Kerni im Auto auf dem Weg zum Auswilderungspunkt

      myvideo.de/watch/8173248/Kernb…em_Weg_in_die_Freilassung

      .

      Angekommen. Die Kernbeissers hatten sich tatsächlich den besten Platz herausgesucht: Am Rande eines Buchen-Mischwaldes, daneben Wiesen, Apfelbäume, und es gab sogar einen Kirschenbaum.
      UND: einen Jägersitz.
      Den hatten wir als Auswilderungsplattform vorgesehen:

      .

      VIDEO

      myvideo.de/watch/8173538/Kernb…_Freilassung_Vorbereitung

      .

      Der Jagdpächter wurde informiert, und wir bekamen die Erlaubnis, seinen Jägerstand dafür zu mißbrauchen.
      Wir sollten den Käfig nur nicht allzu hoch befestigen, und schön von aussen tarnen, denn nach hinten verläuft ein Waldweg.
      Er müsse nämlich haften, falls Spaziergänger da hochkraxeln würden und sich womöglich dabei die Ohren brechen - natürlich wollte er sich den Vogel dann auch mal anschauen kommen (er hat ihn aber nie zu Gesicht bekommen) und fand das Ganze toll.
      Der Zeitpunkt und der Ort wären auch nicht schlecht, denn es sei sowieso gerade Schonzeit, und auch Waldarbeiten waren nicht vorgesehen.

      Hm, Spaziergänger! Nicht, dass da welche denken, oh, so ein kleines armes ausgesetztes Vögelchen, das nehmen wir doch schön mit nach Hause.
      Auch daran hatte Frau Stallbesi gedacht

      Ach, übrigens hatten wir mein Schatzi gebeten, mitzukommen. Ähem, seine Aufgabe sollte es sein, dafür zu sorgen, dass wir beiden Weibchen unser liebgewonnenes Kernilein auch tatsächlich DORTLIESSEN ;)

      Tja, irgendwann blieb nichts mehr zu tun übrig, die beiden standen unten auf der Wiese, und ich hatte die Aufgabe, die Kafigtüre zu öffnen


      VIDEO

      myvideo.de/watch/8173176/Kernb…e_Kaefigoeffnung_draussen


      So, morgen geht es hier weiter, es wird immer schöner.
      Ausserdem hab ich euch ja anfangs gesagt, dass es damit noch nicht zuende war

      LG Schoko
    • Doch das hättest Du, Sternchen :)

      Es ist eine besonders tiefe Freude, zurückzugeben, was dorthin gehört.
      So einen Moment vergisst man nie

      Kein Vogelfreund hätte glaube ich Freude an einem Tier im Käfig, welches ständig sehnsuchtsvoll am Gitter hängt, alleine vor sich hinvegetiert,
      durch und durch WILD ist.
      Und groß dazu.

      Ich hab deshalb zum Bleistift auch die kleinen Gouldamadinen gewählt, weil sie so klein sind, und so gute Flieger.
      Der Käfig für einen Papagei... der müsste ja im Verhältnis eigentlich tja... gar nicht in einem Zimmer stehen können.
      Unser Amadinenkäfig ist das Maximum, das wir zuhause überhaupt stellen können (und trotzdem bleibt natürlich immer so einen stille Frage: ist das ausreichend? Wäre ein ganzes Haus eigentlich ausreichend? Für einen Vogel, der in der Natur unbegrenzt ist?)

      Hm, das kann man sich natürlich genausogut für das geliebte PFERD stellen, solche Fragen.
      Hat zwar grad nichts mehr mit Kerni zu tun, aber ich hab gerade so schön Zeit :D

      Die Natur ist vielleicht auch gar nicht so ein Idyll, wie ich mir das manchmal vorstelle für Tiere.
      Vielleicht lebt unser Kerni schon gar nicht mehr, wer weiss.
      Ohje, ich hab mal gelesen, dass gerade so ein kleiner Wildvogel bei großer Kälte am Morgen unter großem Druck steht:
      Findet er bis spätestens 12 Uhr Mittag kein Futter, so muss er aus Energiemangel sterben.
      Während wir im Winter zuhause im Warmen sitzen, fallen draussen die kleinen Federbällchen wie die Fliegen im Herbst reihenweise von den Bäumen schluchz.
      Andererseits: es ist doch nicht die ZEIT, die gutes Leben ausmacht, oder?
      Wer weiss, ob das Leben einer Eintagsfliege für diese nicht genauso erfüllt ist für sie wie unser langes menschliches Leben...

      Es ist ein Kreislauf, auch wir gehören diesem an, auch wenn unsere Psyche es nur verkraftet, wenn sie uns die meiste Zeit durch den unbewussten Gedanken an ewiges bewusstes Dasein belügt.
      Momente, die man sich als Mensch einmal wirklich bewusst macht, bewusst erlebt, sind unbezahlbar, und Kernis Freilassung gehörte für mein Leben unbedingt zu solchen Momenten.

      Ohje, jetzt hatte ich aber laberflash :hihi:

      LG Schoko
    • Naja, ich kam nicht an Bilder heran gestern, uh, und gleich muss ich aus dem Haus, die Pferde möchten aufs Gras (Frauchen arbeitet = Pferd Urlaub)

      Oh, und vielen lieben Dank für euren lieben Bewertungen immer!

      Hetzhetz: hier ein Bild von Kernis Zuhause, haben die sich nicht DEN BESTEN Platz herausgesucht?

      P1150958.JPG


      Wah, ich liebe dieses Stück Natur, ich kenn ja den Ort bereits, weil Herr Pferd und ich da öfter durchreiten.

      Ähem, a propos Pferd:

      P1150991.JPG


      Wer kam direkt auf uns zu geritten? Der nette Tierarzt aus der Klinik hust, der, den ich angerufen hatte, was zu tun ist, wenn man einen verletzen
      ... ähm Habicht...
      gefunden hat.
      Kicher.

      Hier wurde der Käfig als Anflugsort mit wertvollem Kerni drinnen im Hochsitz festgebunden, getarnt, mit Schild "Achtung Auswilderung" versehen,
      Kernilein fraß derweilen ungerührt, und spielte mit einem Spitzwegerichhalm. Er schien komischerweise völlig ungestresst, eher neugierig zu sein.

      P1150972.JPG


      Uh, muss weg, jetzt wird die fehlende Zeit der morgendlichen Schnauzenknutschzeit fürs 'Pferd abgezogen (pft, also IIICH kann drauf verzichten, wenn ich morgens aufs Gras will...)

      Bis später, dann fliegt er aber wirklich

      LG Schoko